

Wärmedämmung und Heizkosten
Wärmedämmung und Heizkosten: nur die halbe Wahrheit. Häusern in Leichtbauweise fehlt die Wärme-Speicherfähigkeit
Wer schon mal einen Winter in den kalten Teilen der USA verbracht hat, kennt wahrscheinlich das Gefühl: In den meist nur aus dünnen Brettern mit leichter Isolierung erbauten Häusern kann sich der Körper nicht so richtig wohlig aufwärmen. Fachleute sprechen in solchen Fällen vom so genannten „Baracken-Klima“. Aber auch bei uns in Deutschland/in Österreich/in der Schweiz tendieren sogar nagelneue Fertighäuser in der billigen Leichtbauweise zu diesem Phänomen.
Die in einem Haus vorhandene Speichermasse steht in unmittelbarer Beziehung zu den Betriebskosten. Je länger ein Haus aufgrund seiner Materialzusammensetzung die Wärme speichert, desto geringer ist der Heizaufwand. Ein groß angelegter Versuch an der Technischen Universität Graz brachte so auch ein wenig überraschendes Ergebnis – für Fachleute zumindest, denn der breiten Öffentlichkeit und damit auch den zukünftigen Bauherren sind diese Fakten in der Regel nicht bekannt. Bei der Grazer Untersuchung wurde die Wärmespeicherfähigkeit bzw. Auskühldauer von Baustoffen einem Vergleich unterzogen. Die drei Testkandidaten waren - eine 38cm-Ziegelwand; neueste porosierte Ziegelgeneration, verputzt, U-Wert 0,34, - eine mit Mineralwolle gedämmte Holzständerwand in Leichtbauweise, U-Wert 0,16, - sowie das SystemThomaHolz100, die verdübelte Massivholzwand mit einer Stärke von 36,4cm, U-Wert 0,22.
Die Versuchsanordnung war für alle gleich: Außentemperatur minus 10°C und Innentemperatur plus 21°C; die Heizung wird abgeschaltet. Dann wurde die Zeit (in Stunden) ermittelt, bis die Wandoberfläche im Raum auf 0°C abgekühlt war. Das beeindruckende Ergebnis in Zahlen: Die Fertighauswand in Ständerbauweise war bereits nach 41 Stunden bei der frostigen Null angelangt; die Ziegelwand schaffte einen immerhin mehr als doppelt so langen Zeitraum, nämlich 93 Stunden. Die SystemThomaHolz100-Wand überraschte allerdings auch die Experten der TU Graz – mit 227 Stunden – also 9,5 Tagen – wurde ein absoluter Spitzenwert erreicht.
Neben dem großen Einsparungspotential bei den Heizkosten sprechen viele gesundheitliche und Wohlfühl-Aspekte für die Vollholzwand. Die in den Hauswänden gespeicherte und auf diese Weise sehr langsam an den Innenraum abgegebene Wärme wird von den Hausbewohnern als milde und wohlig empfunden.
Die Raumluft selbst wird dabei – anders als bei ständig notwendiger Beheizung - nicht ausgetrocknet und überhitzt, sondern bleibt angenehm temperiert. Die Folge ist ein ausgeglichenes, reizarmes Raumklima.
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